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Chrám Sv. Olgy

Die Kirche der Heiligen Olga

Die Kirche der Heiligen Kiever Fürstin Olga in Franzensbad ist die älteste orthodoxe Kirche in Tschechien. Sie wurde in den Jahren 1887−1889 durch den Baumeister Gustav Wiedermann im russisch-byzantinischen Stil erbaut.


Architekt Gustav Wiedermann war in den Jahren 1900−1910 Bürgermeister von Franzensbad. Später erbaute er auch die orthodoxe Kirche des Hl. Petrus und Paulus in Karlsbad (1897) und die des Hl. Vladimir in Marienbad (1900). Für das Erbauen der Kurort-Kirchen wurde er mit dem russischen Orden der Hl. Anna ausgezeichnet. Der serbische König Milan I. verlieh ihm persönlich den Orden des Hl. Sava bei seinem Besuch in Franzensbad (nach seiner Frau, Königin Natalia, wurde damals eine der hiesigen Heilquellen benannt).


Die Finanzmittel für den Bau der Kirche wurden vom „Ausschuss für Kirchenbau“ im Laufe  mehrerer  Kursaisons gesammelt, Geldgeber waren  Kurgäste, u. a. Russen und andere Vertreter slawischer Völker, aber auch Griechen, Rumänen und Deutsche. Dieser von MUDr. Friedrich Boschann gegründete Ausschuss wurde u. a. von jüdischen Kurärzten gebildet, die sich der Wichtigkeit des Baus einer orthodoxen Kirche in einem von orthodoxen Kurgästen viel besuchten Kurort bewusst waren. 


Der erste Priester, der in der Kirche der Hl. Olga diente, war Erzpriester Vladimir Ladinskij, der hierher in den Jahren 1889−1896 aus Weimar regelmäßig kam. Die Namen der anderen Priester sind nicht bekannt, wahrscheinlich war die Kirche aber nach wie vor unter der Verwaltung der Weimarer Geistlichen und später der Geistlichen aus Karlsbad. Es wird angenommen, dass bis 1945 die Gottesdienste nur während der Kursaison, also in Frühlings- und Sommermonaten, stattfanden.


Im II. Weltkrieg diente die Kirche als Lager. Nach dem Krieg, im Jahre 1945, zogen viele Anhänger des östlichen Ritus aus der Slowakei ins Egerland. 1947 reemigrierten Hunderte von Tschechen aus Wolhynien in der Ukraine, die meistens orthodoxen Glaubens waren, hierher. Diese Emigranten wurden in die tschechische orthodoxe Kirche aufgenommen.Vchod do chrámu sv. Olgy


Am 1. September 1949 trat in die Kirche der Hl. Olga als Neupriester der damals dreiundzwanzigjährige Vater Jan Křivka ein. Vater Jan stammte aus Wolhynien, als Neunzehnjähriger nahm er an den Kämpfen um den Duklapass teil und kam mit der Armee nach Tschechien, wo er heiratete und zum Priester geweiht wurde. Mit der Kirche der Hl. Olga verbindete Vater Jan sein ganzes Leben. Er diente hier bis seinen Tod im Jahre 2013, also lange 64 Jahre.


Seit 2011 ist Vater Vít Methodius Kout der Priester der Kirche. Die Kirche der Hl. Olga gehört der autokefalen (selbständigen) „Orthodoxen Kirche in den Böhmischen Ländern“ an. Gottesdienste werden in tschechischer und kirchenslawischer Sprache gefeiert.


Die Ikonen in der Kirche stammen meistens aus dem 18. Jh. und wurden der Kirche meistens von Gläubigen aus Russland, Griechenland, Bulgarien und Serbien gespendet. Der hölzerne Ikonostas wurde im 19. Jh. in St. Petersburg hergestellt. Decke und Kuppel der Kirche sind mit Freskengemälden geschmückt, die im Jahre 1975 von akademischen Malern aus Karlsbad, M. Kraus und J. Samec, gefertigt wurden.

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